Die Kirchenruine Königsbrunn

In unmittelbarer Nähe zur Palastanlage befindet sich die Ruine Königsbrunn, eine frühmittelalterliche Kirche.

Historische Möglichkeiten: Vier Zeitpunkte kommen für diesen Kirchenbau zwischen 800 und 1100 am ehesten in Betracht:

a) In karolingischer Zeit unter Karl oder Ludwig im ersten Drittel des 9. Jahrhunderts; man wird wohl annehmen müssen, daß die Franken an dieser frucht­ baren Stelle einen Gutshof einrichteten, der vielleicht auch eine Kirche gehabt ha­ ben könnte; der Name Königsbrunn könnte dafür ins Treffen geführt werden. Sarias Hinweis (BHbl. 13, S. 64), daß die römische Villa vom einheimischen Stam­ mesfürsten der Bojer M. Cocceius Caupianus angelegt sein dürfte, ließe vielleicht an eine Kontinuität der Rechtsverhältnisse denken.

b) Zu Ende des 9. Jahrhunderts finden wir fränkischen Königsbesitz an ver­ schiedenen Orten im Eigentum slawischer Fürsten. Ob dies auch hier (etwa unter Swatopluk?) denkbar wäre, bliebe zu untersuchen.

c) Sollten die Karolinger es versäumt haben, so wäre wohl mit Sicherheit an­ zunehmen, daß König Stefan sich auf diesem römischen Boden unmittelbar an der Grenze zweifellos eine Position geschaffen haben wird. Daß diese bestand, bezeugt der Name, welcher wohl kaum eine salische Neugründung sein kann. Die gleich­ zeitige Gründung mit Nowendorf zwischen 1025 und 1030 ist nicht überzeugend.

 

©Amt der Burgenländischen Landesregierung, Landesarchiv.

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